
Heinz-Peter – genannt Peter „Banjo“ Meyer
Es gibt Willie „The Lion“ Smith, Julian „Cannonball“ Adderley, „Red“ Nichols, den Count, den Earl, den King, den Wild Bill – Musiker mit Namenszusätzen, die von Eigenschaften wie Tapferkeit, Körperfülle und Haarfarbe herrühren oder es sind Titulierungen, die von cleveren Managern erfunden wurden, um das Können der Künstler augenscheinlich auf Plakaten und Schallplatten herauszustellen. Geht man die Namen der Jazz-Geschichte und die von Discografien weiter durch, eine direkte Verbindung des Familiennamen mit dem Instrument sucht man vergebens.
Und somit ist „Peter Banjo Meyer“, und das durchaus objektiv, ein einmaliger Begriff, international sogar – und der Mann, der Musiker der dahinter steckt? Nun, man könnte es sich einfach machen und ganz korrekt feststellen: „Jeder Mensch ist einmalig.“ Doch so leicht sollte man es sich vielleicht nicht machen, auch wenn es bei Peter „Banjo“ Meyer – mit bürgerlichem Namen Heinz-Peter Meyer, geboren am 28. März 1944 in Hamburg – durchaus angebracht und somit wahr ist. So, nun ist es aber gesagt, und wir können uns hier den Fakten – den anderen Fakten – zuwenden.
Denn seit nun schon 50 Jahren ist Peter Meyer – lassen wir mal den Zusatz beiseite – nicht nur in und um Hamburg, nicht nur in Deutschland und in ganz Europa, sondern weltweit-international als ein immer wieder umjubelter Botschafter des Jazz tätig, dieser wahren klassischen Jahrhundert-Musik.
Er hat ein damit ein „Amt“ inne, das er sich erworben hat durch virtuos überragendes Können auf den vier Saiten seines Instruments, seinem damit erzeugten Swing – keineswegs selbstverständlich bei einem Banjo – einer persönlichen Ausstrahlung bei seiner Bühnenpräsenz – Charme wird man es zu nennen haben – und einem nimmermüden Einsatz für von ihm selbst initiierte Konzerte mit handgemachter Musik von handverlesenen, internationalen Künstlern. Ihnen bietet Peter Meyer mit seinem Spiel dabei ein fast wohliges, jedenfalls sehr solides Fundament – dann steht er mit Top-Musikern auf der Bühne, denen er dabei auch solistisch uneingeschränkten Respekt abverlangt.
Fast selbstverständlich ist es eigentlich, dass die Zuhörer, die Musikfreunde, die Peter begeistert, von ihm etwas besitzen oder mitnehmen möchten außer der Erinnerung an ein beeindruckendes Konzert. Somit kommt zu dem Aufgeführten noch etwas hinzu, nämlich der erfolgreiche Platten-Star – ein echter und nicht wie inzwischen üblich ein künstlich per Blödel-Show geklonter.
Peter „Banjo“ Meyer hat Erfolg, weckt Begeisterung mit Können, mit Leistung. Dadurch sind dann seine Spuren auch auf rund 70 LPs, CDs und DVDs, darunter auch auf zahlreichen Solo-Alben ganz direkt erkennbar, nachhörbar. Zudem sind sie zu spüren in seinen Arbeiten als freier Arrangeur, Produzent, Studiomusiker und Komponist für diverse Plattenfirmen und Künstler.
Sämtliche Musiker, Sängerinnen und Sänger zu nennen, die mit Peter „Banjo“ Meyer – auch Peter „Guitar“ Meyer! – auf der Bühne und im Studio standen, würde ein kleines „Who-Is-Who“-Jazz-Lexikon der Extra-Klasse füllen. Und die Bands, die er schuf, prägte und mitprägte gehören ausnahmslos und auch im internationalen Vergleich zu den Top-Formationen der swingenden Musik – von Abbi Hübner’s Low Down Wizards, über die Old Merry Tale Jazzband, die Jazz Lips, die Harlem Blues & Jazzband bis zu den European Jazz Giants.
Und zu „Giants“ kann man Peter „Banjo“ Meyer, muss man den Heinz-Peter Meyer, als bemerkenswert herausragenden, musikalisch und menschlich gradlinigen Künstler zählen – einen der inzwischen deutlich europäische Jazz-Geschichte mitgeschrieben hat und ihr wohl noch einige Kapitel hinzufügen wird, eigentlich sogar hinzufügen muss, ist doch sein Elan bis heute ungebrochen und wird doch noch viel von ihm in dieser Hinsicht erwartet.
Gerhard Klußmeier – Swinging Hamburg e. V.


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